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Foto: Die Künstlerin Marie Jacobi „protokolierte“ die Tagung und präsentierte eine visuelle Abschlussdokumentation, die alles Wichtige im Bild festhielt und grafisch auf den Punkt brauchte.
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Fachveranstaltung – Dokumentation
Rollen ins Rollen bringen – Geschlechtersensible Berufs- und Studienwahl im Landesvorhaben „Kein Abschluss ohne Anschluss“

Das ESF-geförderte Landesprojekt „GenderKompetent NRW“ unterstützt ein zentrales Anliegen im Rahmen des Landesvorhabens „Kein Abschluss ohne Anschluss“: Die Berufs- und Studienorientierung soll in Nordrhein-Westfalen systematisch, nachhaltig und insbesondere auch geschlechtersensibel implementiert werden. Um traditionelle Rollenbilder, die nach wie vor die Berufswahl von Mädchen und Jungen prägen, ins Rollen zu bringen und Akteurinnen und Akteure für eine geschlechtersensible Praxis im Übergang Schule-Beruf zu unterstützen, hat der Trägerverbund zusammen mit der Landesregierung zu einer Fachveranstaltung nach Ratingen geladen.

GenderKompetent NRW ist ein gemeinsames Projekt der Ministerien für Arbeit, Integration und Soziales sowie für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW. Umgesetzt wird es von einem Trägerverbund: FrauenForum e.V. (Münster), FUMA Fachstelle Gender NRW (Essen), Handwerkerinnenhaus e.V. (Köln) und dem Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V. (Bielefeld).

Geschlechtersensibilität als Qualitätsmerkmal im Übergang Schule-Beruf – Landesprojekt begleitet Umsetzung


„Mit dem gemeinsamen Projekt haben wir die Chance, die Genderperspektive programmatisch zu verankern und Geschlechtersensibilität nachhaltig im Übergang Schule-Beruf zu integrieren.“ Rainer Philippsen, Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter (MGEPA), stellte für die beiden beteiligten Landesministerien die wichtigsten Ziele vor, die mit dem Projektvorhaben verbunden sind. Deutlich machte er vor allem die Notwendigkeit zum Handeln: Das Berufswahlverhalten junger Menschen habe sich seit Jahren kaum verändert. Immer noch konzentrierten sich knapp 60 Prozent der jungen Frauen und knapp 40 Prozent der jungen Männer auf lediglich zehn Ausbildungsberufe. Nach wie vor gebe es zu wenige Frauen in den sogenannten MINT-Berufen und nur wenige Männer würden sich für eine berufliche Tätigkeit in Erziehung oder Pflege entscheiden.

Die Umsetzung einer geschlechtersensiblen Berufs- und Studienorientierung sei eine Querschnittsaufgabe und als ein wichtiges „Qualitätsmerkmal“ im Übergang Schule-Beruf zu begreifen, betonte der Ministeriumsvertreter in seinem Redebeitrag. Für Jugendliche eröffneten sich neue Perspektiven, die Wahrnehmung individueller Kompetenzen werde erweitert und damit die Optionen auf eine erfolgreiche Zukunft in Ausbildung oder Studium. Bewährte Angebote wie Girls‘ Day oder Boys‘ Day sollten fortgeführt werden, die beteiligten Akteurinnen und Akteure erhielten Unterstützung für die praktische Umsetzung vor Ort. „GenderKompetent entwickelt Ideen und Bausteine, die wir für gute Praxis brauchen und als Landesregierung gerne fördern.“

Gendergerechte berufliche Orientierung und Beratung oder warum „gender trouble“ produktiv ist


„Berufsfindung ist alles andere als trivial.“ Prof. Dr. Bettina Franzke, Fachhochschule für öffentliche Verwaltung NRW Köln, ging in ihrem Vortrag ausführlich auf die Sozialisation und komplexe Konstruktion von Gender in der Berufswahl von jungen Frauen und Männern ein. Anhand von überraschend stereotypen Rollenvorstellungen machte sie anschaulich, wie hartnäckig sich nach wie vor traditionelle Rollenbilder halten und nicht nur die Berufs- und Studienwahl beeinflussen, sondern auch das Verhalten und die Wahrnehmung von Beratenden.

Solche Geschlechterstereotypen und auch Lebensmuster zu durchbrechen schaffe Verwirrung und sei anstrengend, mache also „gender trouble“, konstatierte die Professorin. Das aber könne produktiv sein und eröffne Perspektiven auf mehr Vielfalt und Geschlechtergerechtigkeit. Für eine gendersensible Beratungsarbeit stellte die Professorin eine Reihe von Leitfragen vor, um im konkreten Einzelfall immer wieder abwägen zu können. Denn: „Gendersensibilität bedeutet, Mädchen und Jungen mal gleich und mal unterschiedlich zu behandeln. Mal werden Rollen gewürdigt und mal durchbrochen.“ Um das zu leisten, sei vor allem mehr Genderkompetenz vonnöten.

Leitet Herunterladen der Datei ein„Geschlechtergerechte Berufs- und Studienwahl: Ziele, Nutzen und Umsetzungsaspekte“, Vortrag Prof. Dr. Bettina Franzke (PDF)

GenderKompetent NRW – Angebote und Unterstützung für Akteurinnen und Akteure


Das Projekt „GenderKompetent NRW“ stellte Eva Viehoff, Kompetenzzentrum Technik-Diversity-Chancengleichheit e.V., vor. Neben Beratung und Austausch sei vor allem die „Säule Qualifizierung“ gestärkt worden. „Im Trägerverbund unterstützen wir alle Akteurinnen und Akteure im Übergang Schule-Beruf, dazu gehören auch die Studien- und Berufswahlkoordinatoren an den Schulen“, so die Projektkoordinatorin. „Wir helfen beim Aufbau von genderbezogenen Kompetenzen und bieten dafür eine Reihe von Workshops und Qualifizierungen an.“

Öffnet externen Link in neuem Fensterwww.genderkompetent-nrw.de

Wie geschlechtersensible Berufswahl gelingen kann, erörterten in der Diskussionsrunde die Projektmacherinnen zusammen mit Expertinnen aus den Kommunen und den Kommunalen Koordinierungsstellen.

Statt eines Abschlusswortes „protokollierte“ die Künstlerin Marie Jacobi die Tagung und präsentierte eine visuelle Tagungsdokumentation, die alles Wichtige im Bild festhielt und grafisch auf den Punkt brauchte. Auch dies ein Weg, um neue Möglichkeiten und Perspektiven auszuloten.

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